Der Pflegegrad 1

Es besteht gegenwärtig noch keine gesetzliche oder anderweitig rechtsverbindliche Fixierung des Pflegegrades 1.

Die nachfolgenden Ausführungen beruhen auf dem Abschlussbericht "Analysen für die Entwicklung von Empfehlungen zur leistungsrechtlichen Ausgestaltung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs", den das Institut für Pflegewissenschaft an der Universität Bielefeld (IPW) und den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung Westfalen-Lippe (MDK WL) im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums erstellt haben.

Auf Basis dessen könnte der Pflegegrad 1 wie nachfolgend dargestellt definiert bzw. anhand von Beispieldiagnosen näher umrissen werden:

Der Pflegegrad 1 entspricht aller Voraussicht nach der bisherigen Pflegestufe 0.

Er wird für pflegebedürftige Personen vergeben, bei denen keine eingeschränkte Alltagskompetenz festgestellt wird. Beispielsweise können Personen mit mäßigen, rein motorischen Einschränkungen etwa aufgrund von Wirbelsäulen-, Gelenkerkrankungen oder Restlähmung nach Schlaganfall, die Probleme mit dem Gehen und Stehen haben, in den Pflegegrad 1 eingruppiert werden.

Hilfen bei Alltagsverrichtungen

Aufgrund der motorischen Beeinträchtigungen sind insbesondere teilweise Hilfe beim Waschen und Kleiden der unteren Extremität, beim Verlassen des Hauses und bei der hauswirtschaftlichen Versorgung notwendig. Der Bedarf an Grundpflege liegt im täglich durchschnittlich zwischen 27 und 60. Die Toilettenbenutzung erfolgt selbständig oder aber es ist eine eingeschränkte Hilfe notwendig.

Psychosoziale Unterstützung

Eine psychosoziale Unterstützung der Menschen, die den Pflegegrad 1 zuerkannt bekommen haben, ist lediglich in geringem Umfang erforderlich. So wird beispielsweise auf die Notwendigkeit der Erledigung von finanziellen oder behördlichen Angelegenheiten außer Haus hingewiesen.

Nächtlicher Hilfebedarf

Ein nächtlicher Hilfebedarf besteht nicht.

Präsenz am Tage

Eine Präsenz von Hilfspersonen für die im Pflegegrad 1 eingestuften Personen am Tage außerhalb der pflegerischen Hilfen ist nicht notwendig. Die betroffene Person ist fähig, sich selbst zu helfen bzw. eigene Bedürfnisse zurückzustellen, bis Hilfe eintrifft. Oder aber sie kann sich telefonisch Hilfe anfordern.

Unterstützung beim Umgang mit krankheitsbedingten Anforderungen

Die betroffene Person des Pflegegrades 1 hat keinen oder nur geringen Unterstützungsbedarf beim Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen. Wenn ja, handelt es sich hauptsächlich um Hilfen beim Stellen der Medikamente.

Organisation der Hilfen

Üblicherweise wird die Hilfe für Betroffene des Pflegegrades 1 von Familienangehörigen, Freunden oder Bekannten erbracht. In Ausnahmefällen ist eine Sachleistung in Form eines Pflegedienstes notwendig.

Pflege muss die Menschenwürde achten

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