Der Pflegegrad 5

Es besteht gegenwärtig noch keine gesetzliche oder anderweitig rechtsverbindliche Regelung des Pflegegrades 5.

Die nachfolgenden Ausführungen beruhen auf dem Abschlussbericht "Analysen für die Entwicklung von Empfehlungen zur leistungsrechtlichen Ausgestaltung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs", den das Institut für Pflegewissenschaft an der Universität Bielefeld (IPW) und den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung Westfalen-Lippe (MDK WL) im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums erstellt haben.

Auf der Basis dieser Untersuchung könnte der Pflegegrad 5 wie nachfolgend dargestellt definiert bzw. anhand von Beispieldiagnosen näher umrissen werden:

Eingeschränkte Alltagskompetenz

In den Pflegegrad 5 werden Personen mit Einschränkung der Alltagskompetenz eingestuft, die gleichzeitig hochgradig körperlich beeinträchtigt sind. Nach dem Punktesystem sind mindestens 90 Punkte erforderlich

.

Personen mit Pflegegrad 5 sind Personen mit fortgeschrittener Demenz und körperlicher Hinfälligkeit. Zusätzlich können beispielsweise Halbseitenlähmung nach Schlaganfall, Schluck- und Sprachstörungen gegeben sein. Alle Personen sind steh- und gehunfähig und überwiegend bettlägerig.

Hilfen bei Alltagsverrichtungen

Die Grundpflege muss bei Personen im Pflegegrad 5 komplett übernommen werden. Der notwendige Zeitaufwand im Sinne des SGB XI liegt zwischen 245 und 279 Minuten pro Tag.

Psychosoziale Unterstützung

Alle Pflegebedürftigen des Pflegegrades 5 sind vollständig auf Anregung und Ansprache angewiesen. Es ist keine Eigenaktivitäten möglich. Die Zuwendung geschieht durch Gespräche, vorlesen oder beruhigen.

Nächtlicher Hilfebedarf

Nächtliche Hilfen sind mindestens 3 Mal pro Nacht notwendig.

Präsenz am Tage

Bei allen Betroffenen des Pflegegrades 5 ist eine Präsenz der Pflegeperson rund um die Uhr notwendig.

Unterstützung beim Umgang mit krankheitsbedingten Anforderungen

Alle Betroffenen brauchen eine erhebliche Unterstützung bei krankheitsbedingten Anforderungen.

Organisation der Hilfen

Die Versorgung der Menschen mit Pflegegrad 5 wird beispielsweise von den Ehepartnern oder privaten Pflegepersonen übernommen. Möglich ist jedoch auch, dass die Grundpflege täglich durch einen Pflegedienst durchgeführt wird.

Pflege muss die Menschenwürde achten

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