Teilstationäre Pflege am Tag und in der Nacht

Um pflegebedürftigen Menschen eine Abwechslung im Alltag zu bieten und pflegenden Angehörigen eine Entlastung und Freiräume zu schaffen, bietet sich die Inanspruchnahme einer Einrichtung der Tagespflege oder der Nachtpflege an.

Einen Angehörigen dauerhaft zu Hause zu pflegen, zehrt an den körperlichen und seelischen Kräften. Deshalb ist es wichtig, dass sich die pflegenden Angehörigen auch Freiräume und Entlastungen verschaffen. Eine Möglichkeit dabei ist die teilstationäre Pflege.

Teilstationäre Pflege bedeutet, dass der oder die Pflegebedürftige zu Hause lebt, aber auch Zeit in einer Einrichtung verbringt. Diese Tagespflege oder Nachtpflege in einer Pflegeeinrichtung ergänzt damit die häusliche Pflege. Bei einer vollstationären Pflege lebt die pflegebedürftige Person hingegen nicht mehr zu Hause, sondern auf Dauer in einem Pflegeheim.

Wichtig bei einer Tages- oder Nachtpflege ist die Regelmäßigkeit. Nur so erhalten die Pflegebedürftigen eine Struktur, an die sie sich gewöhnen können.

Tagespflege

Eine Einrichtung der Tagespflege bietet für pflegebedürftige Menschen durch das stundenweise Pflegeangebot eine attraktive Abwechslung zu den eigenen vier Wänden. Ihnen wird eine soziale Teilhabe und ein abwechslungsreicher Tagesablauf geboten: sie kommen mit anderen Menschen in Kontakt und erhalten Angebote zur Tagesstrukturierung.

Oft lässt sich die Dauer der Tagespflege individuell vereinbaren. Möglich sind meist alle Zeiten zwischen 8.00 und 18.00 Uhr. Dabei kann auf die individuellen Angebote der Tagespflegeeinrichtung Rücksicht genommen werden. Oft werden beispielsweise ein Bewegungstraining, Gedächtnisübungen, Singen, Basteln, Spiele oder ein Kaffeetrinken in geselliger Runde angeboten. Auch Frühstück und Mittagsverpflegung sind möglich.

Nachtpflege

Bei der Nachtpflege verbringt der Pflegebedürftige die komplette Nacht in der Einrichtung, meist in der Zeit zwischen 18.00 und 8.00 Uhr. Diese teilstationäre Pflegeform wird oft von demenzkranken Menschen in Anspruch genommen. Diese leiden oft an einem fehlenden Tag-Nacht-Rhythmus. Dem soll durch die Nachtpflege entgegengewirkt werden.

Entlastung für Angehörige

Die Tages- und Nachtpflege ist eine große Entlastung für pflegende Angehörige. Diese sind oft beruflich oder durch die eigene Familie eingespannt und können eine Rund-um-die-Uhr-Pflege bzw. dauerhafte Beaufsichtigung des Pflegebedürftigen nicht leisten. Ähnliches gilt, wenn die Pflege aufgrund eines hohen Pflegerades zu aufwendig und professionelle Hilfe unumgänglich ist.

Mit Hilfe der Tagespflege oder Nachtpflege ist es dann möglich, der pflegebedürftigen Person ein Leben in der eigenen Wohnung zu ermöglichen.

Kosten

Pflegesatz

Die Leistungen der Tagespflege oder Nachtpflege werden von der Einrichtung nach festen Sätzen abgerechnet. Die Kosten für aktivierende und therapeutische Angebote kommen oft zu den Pflegesätzen hinzu und werden separat ausgewiesen. Gleiches gilt für den Transport zu und von der Einrichtung, wenn dieser nicht durch die Angehörigen übernommen wird. Auch für Verpflegung und Unterkunft wird ein gesondertes Entgelt berechnet.

Was zahlt die Pflegeversicherung?

Ab dem Pflegegrad 2 hat jeder Pflegebedürftige einen Anspruch auf eine Tages- oder Nachtpflege. Die Pflegekassen übernehmen die Kosten zwischen 689 Euro (bei Pflegegrad 2) und 1995 Euro (bei Pflegegrad 5. Der monatliche Entlastungsbetrag kann für die separaten Unterkunfts- oder Verpflegungskosten genutzt werden.

Die Leistungen der Pflegeversicherung entsprechen in der Höhe den Leistungen bei einer Pflegesachleistung im Rahmen der häuslichen Pflege.

Es verbleiben Kosten in nicht unerheblicher Höhe, die der Pflegebedürftige selbst tragen muss. Diese kann er als außergewöhnliche Belastungen von der Steuer absetzen.

Antrag notwendig

Wichtig: die Pflegekasse zahlt nur auf Antrag. Dieser muss vor der Inanspruchnahme der Tages- oder Nachtpflege bei der Pflegekasse gestellt werden.